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Biblische Pergamentrolle kehrt zurück in die Synagoge Abterode

Fr 14.06.2019 11:17
Zerknüllt und verdreckt wurden im Jahr 1988 auf dem Dachboden der ehemaligen Synagoge in Abterode die Reste einer Pergamentrolle gefunden. Sie enthält in hebräischer Schrift den Text des biblischen Buches Esther. Die Schriftrolle gehört zu insgesamt 73 Fundstücken aus der "Genzia" der Synagoge in Abterode. In einer "Geniza" wurden ausgesonderte Schriftstücke deponiert, die den Gottesnamen enthalten und deshalb nicht vernichtet werden sollten.

In der ehemaligen Synagoge soll am 2. November 2019 ein Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner eröffnet werden. Um die Pergamentrolle dort ausstellen zu können, wurde sie in den letzten Monaten von dem Restaurator und Konservator Hans-Dieter Lomp (Schlitz-Queck) in einem speziellen Verfahren geglättet und gereinigt. Lomp gehört zu den wenigen Spezialisten, die über das dazu nötige Fachwissen verfügen. Bei seinen Untersuchungen konnte Lomp feststellen, dass es sich bei diesem Pergament um Kalbshaut handelt, die mit Eisen-Gallus-Tinte beschrieben wurde. Die Löcher im Pergament sind durch Brand entstanden. "Wir haben bewusst auf eine Restauration verzichtet", sagte Dekan Dr. Martin Arnold, "man soll die Schäden und Gebrauchsspuren weiterhin sehen können."

Die Arbeiten an der Schriftrolle haben etwa 1.500€ gekostet. Bisher sind dafür 1.100€ an Spenden eingegangen. Wer mithelfen möchte, die Restkosten aufzubringen, kann dies mit einer Spende auf das Konto des Kirchenkreisamtes Eschwege, IBAN DE91 5206 0410 0001 2001 00, Verwendungszweck Pergamentrolle Synagoge Abterode, tun.
Die geglättete und gereinigte PergamentrolleRestaurator Hans-Dieter Lomp erläutert seine ArbeitEin TextausschnittSo sah die Rolle vor der Glättung und Reinigung aus

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