Aktuelles aus den Gemeinden

Kontroverse Diskussion über die Bauunterhaltung von Kirchen

Sa 27.10.2018 15:46
Synode des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege tagte in Ulfen
Im Kirchenkreis Eschwege gibt es 85 Kirchengebäude. Davon stehen 82 unter Denkmalschutz. Der Evangelischen Kirche fällt es zunehmend schwer, alle Gebäude vollumfänglich zu unterhalten. Deshalb hat die Landeskirche alle Kirchenkreise aufgefordert, die Kirchengebäude in drei Kategorien einzuteilen: Lokale, regionale und überregionale Kirchen. Nur drei Kirchen durften als überregionale Kirchen und 23 als regionale Kirchen eingeordnet werden. Alle anderen gelten als lokale Kirchen. Obwohl Dekan Dr. Martin Arnold betonte, dass auch künftig alle Kirchen "trocken, warm und gebrauchsfähig" sein sollen, müssen einige mit Einschränkungen rechnen. So erhalten die lokalen Kirchen künftig keine Unterstützung mehr bei Innenraumrenovierungen. Dafür müssen sie selbst aufkommen. Kontrovers diskutierte die Synode über die Kriterien für die Einordnung der Kirchen. Dafür wurden entsprechend den Vorgaben der Landeskirche der bauliche Zustand, der Symbolwert, die Nutzung und das Einzugsgebiet betrachtet. Als überregionale Kirchen wurden in Entsprechung zu diesen Kriterien die Marktkirche und die Neustädter Kirche in Eschwege sowie die Kirche in Wanfried eingeordnet. Einige Synodale kritisierten, dass beide Kirchen der Stadtkirchengemeinde Eschwege als überregional bedeutsam bewertet wurden. Präses Ludger Arnold kündigte an, die Problematik noch einmal in der Landessynode zur Sprache zu bringen. Mit knapper Mehrheit wurde der Vorschlag des Kirchenkreisvorstands zur Kategorisierung dennoch angenommen.

Weitere Beratungspunkte waren die regionale Pfarrstellenplanung und ein Antrag an die Landessynode zur weiteren Finanzierung der Flüchtlingsberatung. Die Pfarrstellenplanung erfolgt schon jetzt gemeinsam mit dem Kirchenkreis Witzenhausen, da sich die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen ab 2020 zu einem gemeinsamen Kirchenkreis Werra-Meißner zusammenschließen werden. Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen muss der neue Kirchenkreis in den Jahren 2020 bis 2026 viereinhalb Pfarrstellen aufheben. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe versucht, für die künftige Pfarrstellenverteilung transparente Kriterien zu entwickeln. Einstweilen konnte jedoch nur ein Zwischenstand mitgeteilt werden. Die Entscheidung über die regionale Pfarrstellenplanung steht erst im Jahr 2019 an.

Einmütig unterstützte die Kreissynode einen Antrag des Diakonischen Werkes, in dem die Landeskirche gebeten wird, die unabhängige kirchliche Flüchtlingsberatung auch weiterhin zu finanzieren. "Der Beratungsbedarf ist sehr hoch und wird auch über das nächste Jahr hinaus noch hoch bleiben", sagte Kreisdiakoniepfarrer Dr. Lothar Kilian.

Grußworte richteten an die Synode im Namen des Partnerkirchenkreises Mühlhausen der dortige Präses Jens Ritter, Mario Kawollek für die katholische Kirche in der Region, der Sontraer Bürgermeister Thomas Eckardt und der Kreisbeigeordnete Karl-Heinz Schäfer. Pröpstin Wienold-Hocke dankte den Arbeitsgruppen der Synode für die sorgsame Bearbeitung der schwierigen Themen.

Die Tischvorlage zur Kategorisierung der Kirchen finden Sie unten als Download.
Kontroverse DiskussionDer Kirchenkreisvorstand hört zuNeue Mitglieder der Synode legen ihr Gelöbnis abDer katholische Pfarrer Mario Kawollek macht Mut zur ÖkumenePröpstin Katrin Wienold-Hocke
Der Sontraer Bürgermeister Thomas Eckardt lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und KircheDer Kreisbeigeordnete Karl-Heinz SchäferDer Mühlhäuser Präses Jens Ritter sprach ein Grußwort

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