Aktuelles aus den Gemeinden

Eine langanhaltende Katastrophe

Mi 24.10.2018 18:07
Die Erfahrung des Dreißigjährigen Krieges in der Region Werra-Meißner
Am 24. Oktober 2018 jährte sich zum 370. Mal der "Westfälische Friede", mit dem der Dreißigjährige Krieg ein Ende fand. Auf Einladung der Historischen Gesellschaft des Werralandes, des Geschichtsvereins Eschwege und der Volkshochschule Eschwege hielt Dr. Martin Arnold einen Vortrag über die Auswirkungen des Krieges auf die Städte und Dörfer der Region Werra-Meißner. Mit Hilfe vieler, zum Teil auch neu entdeckter Quellen konnte Arnold darstellen, dass die Region stärker unter dem Krieg zu leiden hatte als viele andere Regionen Deutschlands. Materielle Not und wirtschaftlicher Niedergang, willkürliche Gewalt, Brandkatastrophen und Massensterben durch Infektionserkrankungen führten zu einem Klima von Furcht und Verunsicherung. In den Predigten der Zeit wurde der Krieg als Strafe Gottes für eigene moralische Verfehlungen gedeutet. In Wahrheit ging es jedoch um die politische Vorherrschaft in Deutschland und in Europa sowie um die Klärung von Machtverhältnissen. Die religiöse Grundierung des Konflikts hat die Dynamik des Krieges verstärkt. Der Referent schloss mit der Frage nach der Rolle von Religionen in den Konflikten der Gegenwart: "Befördern sie den Frieden oder legitimieren sie den Krieg?" Etwa 65 Zuhörer verfolgten den Vortrag, an den sich eine Diskussion anschloss.

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