Aktuelles aus den Gemeinden

Nie wieder Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Fr 12.10.2018 14:37
Leserbrief zu "Björn Höcke spricht in Weißenborn" (Werra-Rundschau 11.10.2018)
Die Landtagskandidaten der AfD sind einer breiteren Öffentlichkeit im Werra-Meißner-Kreis bisher eher unbekannt gewesen. In öffentlichen Auftritten und bei ihrer Selbstvorstellung in der Presse konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie keine rechtsradikalen Positionen vertreten. Dr. Klaus Dirk Schenk etwa distanzierte sich in der WR vom 5.10.2018 von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Mit der Einladung an Björn Höcke müssen sie sich jedoch fragen lassen, ob sie dessen Relativierung der Judenvernichtung und seine Feindschaft gegen Muslime teilen. Höcke ist immer wieder durch demagogische Reden aufgefallen. Er verwendet in seinen Reden den Jargon der Nationalsozialisten. Sein Verhältnis zur Demokratie ist ein taktisches. Er nutzt ihre Freiheiten, aber nur so lange sie ihm selbst nützen. Bis heute hat sich die AfD nicht wirklich von ihm distanziert. Alle, denen Demokratie und Menschlichkeit am Herzen liegen, sollten seinen Parolen eine klare Absage erteilen. Die Erinnerung an den Holocaust ist keine "Schande", wie Höcke meint, sondern ein Zeichen von Wachsamkeit. Und man muss angesichts der Reden von Höcke und anderer AfD-Funktionäre in Erinnerung rufen: Die Grundrechte einschließlich der Religionsfreiheit gelten auch für Muslime. Politiker wie Höcke und die, die in seinem Geiste nicht nur die Grundpfeiler des christlichen Glaubens, der Humanität und der Demokratie verneinen, sollten weder in unsere Parlamente gewählt noch gar Regierungsverantwortung übernehmen dürfen.
Dr. Martin Arnold, Dekan des Ev. Kirchenkreises Eschwege
Dekan Dr. Martin Arnold

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