Aktuelles aus der Kinderarbeit

Jeux Dramatiques - Ausdrucksspiel im Kindergottesdienst

Fr 03.04.2009 09:44
Am 14. März trafen sich 27 Kindergottesdienstmitarbeitende unseres Kirchenkreises zu einer Fortbildung im Gemeindehaus in Reichensachsen. Die beiden Referentinnen, Pfarrerin Andrea Braner und Heide Neumann, haben den Teilnehmenden unter dem Motto "Wenn das Leben neu beginnt - Frühling und Ostern spielen" diese Methode des Theaterspielens nahe gebracht. Zunächst gab es Informationen und Erläuterungen über diese besondere und zugleich einfache Art des Ausdrucksspiels, aber dann wurde auch ganz praktisch ausprobiert, um eigene Erfahrungen zu sammeln und so aus dem persönlichen Erleben etwas an unsere Kindergottesdienstkinder weitergeben zu können.

Diese Methode lebt nämlich vom persönlichen Erleben mit allen Sinnen und fördert die fantasievolle und individuelle Ausdrucksweise der Spielenden. Vor allem ist es ja bei Kindern besonders beliebt, sich zu verkleiden und in fremde Rollen zu schlüpfen. Das ermöglicht Jeux Dramatiques, wo man nach Herzenslust kreativ und spontan die unterschiedlichsten Rollen ausprobieren kann, ohne dabei irgendwelche Texte lernen zu müssen.

Eine Geschichte wird vorgelesen, die Mitmachenden, im KiGo natürlich die Kinder, suchen sich ihre Wunschrolle aus, verkleiden sich mit farbigen Tüchern und spielen dann ohne jegliche Vorbereitung, während der Text dabei erneut gelesen wird. Es gibt dabei natürlich ein paar einfache Regeln zu beachten, wie z.B.: alles ist richtig, niemand wird berichtigt oder verbessert, nichts wird kommentiert, das Spiel ist nur für die Beteiligten, nicht für Zuschauer.

Die Fortbildungsteilnehmenden hatten sichtlich viel Freude, als sie bei einer Frühlingsgeschichte etwa in die Rolle von Regentropfen, Sonnenstrahlen, einer Blumenzwiebel, Erde, Wind oder eines Mäuschens schlüpften. Ebenso beeindruckend war für viele das Erleben der Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem. Einmal Jesus sein oder zu seinen Jüngern zu gehören, die jubelnde Menge zu verkörpern oder sich in das standhafte Stadttor hinzuversetzen, setzte oft eine neue Sichtweise zur Geschichte frei. Das persönliche Erleben aus einer am Geschehen direkt beteiligten Person oder eines Tieres oder auch Gegenstandes kann ganz neue Fragen aufwerfen oder auch ganz neue Einsichten gewähren.

Ich wünsche den Teilnehmenden, dass sie nun auch den Mut und das Vertrauen in sich haben, diese Methode im Kindergottesdienst anzuwenden, um David und Goliat, Jesus und Petrus, Ochs und Esel lebendig werden zu lassen.

Ein großes Dankeschön geht hiermit auch noch einmal an die Reichensächser KiGo-Mitarbeiterinnen mit ihrer Pfarrerin Gudrun Kühnemuth, die durch viel Vor- und Nacharbeit maßgeblich am reibungslosen Ablauf und vor allem auch an der reichhaltigen und liebevollen Pausenversorgung der Fortbildung mitgewirkt haben.

Ihre Pfarrerin Dorlies Schulze, Beauftragte für KiGo-Arbeit im Kirchenkreis Eschwege

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