Aktuelles aus der Frauenarbeit

Fasten - Verzicht mit Gewinn: "Maria, Eva & Co" in Niederhone

Mo 21.04.2014 10:37
Knapp 100 Frauen waren Freitag, den 11. April im Gemeindehaus in Niederhone zusammen, um sich dem Thema Fasten zu widmen. Dabei stand vor allem die christliche Sicht im Focus. Carmen Hohmann begrüßte die wieder große Runde der Anwesenden und mit weiteren Frauen des Vorbereitungsteams gaben sie ihre persönlichen Voten dazu ab, worauf sie selbst in diesem Jahr in der 40-tägigen vorösterlichen Fastenzeit verzichten bzw. worauf der Blick in besonderer Weise gerichtet sein soll: auf Zeiten der Ruhe und des Nachdenkens, auf regelmäßiges Bibellesen, auf das Abgeben und das Teilen mit Bedürftigen.

Ein kurzer Überblick informierte die Frauen über die Herkunft des Fastens in der Passionszeit und schloss mit einem zum Fasten geradezu einladenden Zitat von Anselm Grün: "Fasten heißt, Süchte wieder in Sehnsüchte zu verwandeln."

Ein Exkurs führte kurz weitere Arten des Fastens vor Augen, wie beispielsweise das medizinische oder auch das politische Fasten mit dem wohl berühmtesten Fastenden Mahatma Gandhi.

"Das Fasten ist die Speise der Seele" - in diesem Licht stand der biblisch-theologische Impuls, wo das eigentliche Ziel, die Gründe biblischen Fastens und biblische sowie mönchische Traditionen des Fastens zur Sprache kamen. Mose und der Prophet Elia machten es vor Urzeiten vor, Jesus vor nunmehr 2000 Jahren: mit intensivem Fasten kann man sich einen Weg zu großer Gottesnähe eröffnen, der allerdings von vielen Anfechtungen und der nicht immer leichten Begegnung mit sich selbst ein durchaus mühsamer und hart erkämpfter Weg ist. Man wird dabei von vielem Belastenden und Überflüssigem befreit und damit wieder für vieles Neue frei - auch für die Begegnung mit Gott, für die im Alltag der Blick oft verstellt ist.

Heute hat das Fasten in Klöstern, also das begleitete christliche Fasten wieder Hochkonjunktur, man lernt von den Ordensleuten, den Mönchen und Nonnen, den HüterInnen und LehrerInnen im Fasten. Ausgelaugte und überfrachtete Menschen finden darin eine Quelle gegen das geistige und geistliche Verdursten.

In der Pause gab es viel Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch, zum Fragenstellen und zum Fastengebäck probieren und weiteren schlichten gesunden Köstlichkeiten. Wussten Sie eigentlich, dass die Brezen ein solches im Kloster erfundenes Fastengebäck ist? Fleischlos und nahrhaft, dabei auch noch wohlschmeckend zeigt sie in ihrer Form die zum Gebet gekreuzten Arme des Mönchs bzw. der Nonne.

Die Gastreferentin Martina Heiland aus Heiligenstadt, Heilpraktikerin und Fastenlehrerin, informierte locker und launig exemplarisch über so eine Fastenwoche, wie sie sie regelmäßig im Kloster Germerode anleitet: wie beginnt man, wie laufen die einzelnen Tage für die Fastenden ab, was geschieht eigentlich körperlich beim Fasten und wie füllt man die Tage inhaltlich. Viele Frauen konnten mit Fragen loswerden, was ihnen thematisch unter den Nägeln brannte und von Frau Heiland fachkundige Antworten und Ratschläge bekommen.

Mit einer Sprechmotette, Fürbitten, Vaterunser und einem Segenswort endete der Abend, der spannende Einblicke in das Fasten bot, aber auch einladende Ausblicke, das doch selbst einmal auszuprobieren, gab.

Die am Ausgang gesammelte Kollekte in Höhe von 272 Euro wurde zweigeteilt: zum einen wird damit die Arbeit der Eschweger Tafel und zum anderen die des Sontraer Warenkorbs unterstützt.

Ich möchte mich herzlich bedanken vor allem bei allen Team-Frauen für die vielfältige Arbeit im Vorfeld und am Abend selbst, bei der Gitarrengruppe, die unser Singen begleitete und besonders bei Carmen Hohmann für all ihren unermüdlichen Einsatz.

Ich danke auch allen Frauen, die zu Gast waren und uns durch ihre positiven und dankbaren Worte am Ausgang in unserer Arbeit bestärken und ermutigen. Auf unser nächstes Treffen im Herbst freue ich mich schon!

Eine gesegnete Osterzeit wünscht Ihnen
Pfarrerin Dorlies Schulze.

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