Aktuelles aus unserem Kirchenkreis

Gedenktafel für Bischof Erich Vellmer und Prälat Karl Hilmes in der Kirche in Hoheneiche

Do 01.09.2011
Verschiedene Gaben, aber ein Geist.
Bischof Hein würdigt Bischof Erich Vellmer und Prälat Karl Hilmes
als Christuszeugen im Licht des Evangeliums.


Die Kirche sei kein Verein zur Verfolgung gemeinsamer Interessen, sondern "der Ursprung der Kirche liegt außerhalb von uns selbst." Mit diesem Gedanken eröffnete Bischof Martin Hein die Predigt über 1. Kor 12,4-6, die er anlässlich des Gottesdienstes zur Enthüllung der Gedenktafel für Bischof Erich Vellmer und Prälat Karl Hilmes in Hoheneiche, Kirchenkreis Eschwege, am 28. August hielt. Der Ursprung der Kirche sei in Jesus Christus zu finden, der darum auch für seine Kirche sorge. Dafür rufe er uns in seinen Dienst, denn die Kirche gäbe es niemals ohne die Menschen, die das Evangelium in der Welt bezeugten. Darum stehe an der Spitze der Kirche nach evangelischem Verständnis nicht ein einzelner Mensch, sondern Kirchenleitung sei eine Gemeinschaftsaufgabe aller getauften Christen. Gleichwohl gäbe es auch in der evangelischen Kirche besondere Ämter, und in unserer Kirche seien das als geistliche Leitung vor allem das Bischofs- und das Prälatenamt. Sie seien allerdings "doppelt eingebunden", einmal in der Beziehung auf Christus, zum anderen in der Beziehung zu den Gemeinden und Synoden. "Einen Bischof oder einen Prälaten zu haben, ist also nicht unevangelisch". In diesem Sinne würdigte Bischof Hein die beiden aus Hoheneiche stammenden Geistlichen -"wer würde schon glauben, dass aus diesem vergleichsweise kleinen Dorf zwei Pfarrer stammen, die auf ihre Weise die Geschicke der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck entscheidend mitgeprägt haben" und vor allem durch die Zeit des Nationalsozialismus geprägt worden seien. In zwei kurzen biographischen Rückblicken betonte Bischof Hein besonders die zwei Jahre, die Karl Hilmes wegen seiner festen Haltung gegenüber der Euthanasie im KZ Dachau verbringen musste. Damit sei er der am meisten durch die nationalsozialistische Herrschaft bedrängte Pfarrer unserer Kirche gewesen. Bei Erich Vellmer erwähnte der Bischof vor allem sein Engagement in den bewegten Jahren um 1968 mit ihren großen Veränderungen. Beide Christuszeugen konnte, wie Hein hervorhob, ihre beeindruckende Lebensleistung nur erbringen, "weil sie sich vom Herrn der Kirche berufen und von ihm mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet wussten. Verschiede Gaben, aber ein Geist". Hein schloss die Predigt mit der Bitte, dass alle ihre Gaben entdecken mögen und sie in die Kirche einbrächten: "Dann liegt eine helle Zukunft vor uns".
Der Gottesdienst wurde gestaltet unter Mitwirkung des Gesangvereines sowie von Lektoren und Konfirmanden. Pfarrer Weidner begrüßte die Gemeinde und die geladenen Gäste, vor allem die Tochter von Bischof Erich Vellmer und die Nachkommen von Prälat Hilmes. Er wies daraufhin, dass die Idee für die Gedenktafel entstanden sei, als Bischof Dr. Hein den Kirchenkreis Eschwege besucht habe und dabei auf Hoheneiche als Geburtsort der beiden bedeutenden Persönlichkeiten aufmerksam geworden sei. Pfarrer Weidner erwähnte auch noch, dass Pfarrer Dr. Kurt Reuber, der Maler der "Stalingrader Madonna" Pfarrer in Wichmannshausen und damit auch für Hoheneiche gewesen sei. Im Anschluss an den Gottesdienst sprach der älteste Sohn von Prälat Hilmes, Dekan i. R. Christian Hilmes ein bewegendes Grußwort, in dem er darauf hinwies, dass hier nicht nur an zwei bedeutende Menschen, sondern auch an bedeutende Ereignisse erinnert werde. Auch der Präses der Kreissynode Eschwege, Ludger Arnold, drückte seine Freude darüber aus, nun auch einen konkreten Ort im Kirchenkreis zu haben, den man vor allen mit Schülern aufsuchen könne, um an die Menschen und die Ereignisse zu erinnern. Mit einer Einladung zum Gemeindefest vor den Toren der Martinskirche in Hoheneiche schloss die Feier ab.
Bischof und Angehörige und Pfarrer Reinhard Weidner vor der GedenktafelGedenktafel

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