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Religion und Gewalt - Vortrag von Prof. Dr. Erhard S. Gerstenberger in der Volkshochschule

Fr 13.10.2006
Den Ursachen des Fanatismus ging der Marburger Alttestamentler Prof. Gerstenberger in einem Vortrag nach, den er gestern in der Volkshochschule Eschwege hielt. Der "fanaticus" sei nach der lateinischen Wortbedeutung ein von der Gottheit leidenschaftlich Ergriffener, erläuterte Gerstenberger. Fanatismus gebe es in allen Religionen, besonders aber in den monotheistischen Ausprägungen. Als Beispiele verwies er auf die Göttin Anat aus Ugarit, von der man erzähle, dass sie knöcheltief im Blut der Feinde dahin geschritten sei. Aber auch im Alten Testament sowie im Koran gebe es viele Beispiele für die religiös motivierte oder überhöhte Anwendung von Gewalt.
Gerstenberger warnte die Religionen davor, sich selbst absolut zu setzen. Alle Menschen seien als Gottes Ebenbild geschaffen und von gleicher Würde. Deshalb verbiete es sich, Menschen anderer Religion zu bedrohen oder gar zu vernichten. Vielmehr gehe es darum, die fanatischen und aggressiven Elemente der Religionen aus ihrer historischen Entstehungssituation zu verstehen.
Prof. Gerstenberger bei seinem lebendigen Vortrag

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