Aktuelles aus der Kreissynode

Kirchenkreisvorstand berichtet vor der Synode über das kirchliche Leben im Kirchenkreis

Sa 27.09.2003
Der Bericht, den wir heute über das kirchliche Leben im Kirchenkreis geben, unterscheidet sich von früheren Berichten darin, dass er kein "Dekansbericht" ist, sondern, so wie es die Geschäftsordnung für Kreissynoden vorsieht, ein Bericht des Kirchenkreisvorstands. Auch dies ist neu, dass wir einige Bilder zeigen, die unseren Bericht illustrieren. In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit werden wir Sie über folgende Themen informieren:
Neujahrsempfang (Ludger Arnold)
Jahr der Bibel 2003 (Harald Nolte)
Neue Personalstellen: Küsterdienst, Sekretariatsdienst, Kirchenmusik und
Jugendarbeit (Bärbel Dittrich / Dr. Martin Arnold)
Stiftung Jugendarbeit (Ralph Beyer)
Gebäudesituation (Dr. Martin Arnold)
Strukturreform (Birgit Deist / Dr. Martin Arnold)
Internetauftritt des Kirchenkreises (Dr. Martin Arnold)
Pfarrstellenwechsel (Dr. Martin Arnold)
Konvente (Dr. Martin Arnold)
Partnerschaften (Ludger Arnold)
Ökumene (Dr. Martin Arnold)
Bericht über den Fortgang der Beschlüsse der Kreissynode
Mitglieder stärken: Eine Initiative für das nächste Jahr (Birgit Deist)
Darüber hinaus finden Sie einige wichtige statistische Daten auf einem Informationsblatt, das Ihnen später ausgehändigt wird.

Neujahrsempfang (Ludger Arnold))
Am 6.Januar, das ist im Kirchenkalender seit alters her der Epiphaniastag, fand in der Marktkirche in Eschwege zum ersten Mal ein Neujahrsempfang des Kirchenkreises Eschwege statt, zu dem Vertreter aller wichtigen gesellschaftlichen Gruppen eingeladen worden waren - und die erfreulicherweise auch zahlreich erschienen waren.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Inge Pape, Chefredakteurin der Zeitschrift "Theorie und Praxis der Sozialpädagogik" über das Thema "Was ist ein guter Kindergarten?"

Angesichts der aktuellen Bildungsdiskussion wollten wir einen fundierten Beitrag zur sachlichen Auseinandersetzung leisten, zumal im Kirchenkreis 12 Kindergärten sich in der Trägerschaft von Kirchengemeinden befinden. Dieser Ansatz wurde gut angenommen, wie die Reaktionen zeigten.

Mit dieser Veranstaltung soll eine Tradition begründet werden, denn sie bietet eine gute Möglichkeit, dass unsere Positionen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Deshalb ist der nächste Neujahrsempfang vom Kirchenkreisvorstand für den 6.Januar 2004 terminiert worden.

Jahr der Bibel 2003 (Harald Nolte)
Die Aktion "Das Jahr der Bibel" wird von allen Kirchen, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zusammengeschlossen sind, und den christlichen Werken und Verbänden getragen. Unter dem Motto Suchen. Und finden. soll die Bibel in die Öffentlichkeit getragen, das Leben mit der Bibel in den Gemeinden gestärkt und Menschen (neu) für die Bibel begeistert werden.

Aus diesem Grunde wurden und werden auch im Kirchenkreis Eschwege viele Veranstaltungen durchgeführt. Stellvertretend für die Vielzahl der Aktivitäten seien hier einige genannt:

Im Frühjahr hatten die Neustädter und die Auferstehungsgemeinde zu einem "Bibellesabend" eingeladen. Gelesen wurden die Bücher Prediger Salomo und das Lukas-Evangelium.

Im Rahmen eines Schuljahres-Abschlussfestes wurde an der Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel das Musical "Zachäus" von Pfarrer Rolf Hocke aufgeführt.

In Röhrda hat eine "musikalische Bibelnacht" stattgefunden: Der gemischte Chor Ringgau "Viva la musica" hat Choralsätze zu biblischen und kirchlichen Themen gesungen, zwischendurch wurden Abschnitte aus der Bibel gelesen.

In Weidenhausen hielt Pfr. Axel Kühner einem Predigtgottesdienst und vier aufeinander
folgende Abende zum Thema: "Was wirklich zählt".

In Eltmannshausen wird am 4. 10. eine "lange Bibel-Lese-Nacht" stattfinden. Kinder aus und Niddawitzhausen sind eingeladen, um Bibelgeschichten zu hören und zu erzählen. Eine Nachtwanderung bei Fackelschein und Dias zur "Abraham Geschichte" schließen sich an. Die Kinder werden im Gemeinderaum übernachten und am nächsten Tag im Erntedankgottesdienst mitwirken.

Vom 03. - 12.10.2003 findet in der Neustädter Kirche die Bibel - Erlebnis - Ausstellung "Das Buch, das Löcher in mein Herz macht" statt. Informativ, anschaulich und auf spielerische Art und Weise versucht die Ausstellung die Bibel als ein für uns heute zwar nicht immer leicht verständliches, trotzdem aber aktuelles Buch vorzustellen. Einiges lädt deshalb in der Ausstellung auch zum selber Ausprobieren ein. Sie soll dazu anregen, selbst weitergehende und möglicherweise "zu Herzen gehende" Entdeckungen in und mit der Bibel zu machen. Sie ist täglich von 16.00-19.30 Uhr geöffnet.

Der ehemalige Bischof unserer Landeskirche Prof. Dr. Christian Zippert, wird zur Eröffnung der Bibel-Erlebnis-Ausstellung am 03.10. um 17:00 Uhr in der Neustädter Kirche einen Vortrag halten zum Thema: "Meine Liebesgeschichte mit der Lutherbibel - Bibelübertragungen im Vergleich"

Zuletzt möchte ich noch einmal an die wahrscheinlich öffentlichkeitswirksamste Veranstaltung des Kirchenkreises zum Jahr mit der Bibel erinnern: Die Aktion "Mein Lieblingsbibelwort" in der Werra-Rundschau. Mittlerweile haben schon ca. 250 Christinnen und Christen aus dem Kirchenkreis ihre Lieblingsbibelworte aus dem Alten und Neuen Testament dort veröffentlichen lassen. Wir rufen auch heute -quasi auf der Zielgeraden- noch einmal auf, sich zu melden. Für November und Dezember werden noch Interessenten gesucht.

Neue Personalstellen
Überall ist in diesen Tagen von Personalabbau die Rede. Ich freue mich, dass wir im Kirchenkreis Eschwege neue Personalstellen einrichten und besetzen können. Die Debatte um die Rahmenstellenpläne, die wir in unserer Landeskirche geführt haben, hat zur Folge, dass unsere lang vernachlässigte Region nun besser gestellt wird. Wir können neue Stellen einrichten in den Bereichen Jugendarbeit und Kirchenmusik. Der Sekretariatsdienst im Dekanat konnte auf eine volle Stelle ausgeweitet werden. Und die bereits lange vorhandene Küsterstelle an der Auferstehungskirche in Eschwege können wir nun auch mit landeskirchlichen Mitteln refinanzieren.

(Frau Dittrich)
Um die eben angesprochenen Personalstellenerweiterung auf rechtlich unangreifbare Füße zu stellen, müssen wir heute allerdings noch einen Formfehler heilen und die auf der Frühjahrs-synode abgesprochene Stellenvergabe ausdrücklich beschließen.
Erst nach unserer Frühjahrssynode sind im April dieses Jahres die Ausführungsvorschriften zum Personalstellenfinanzierungsgesetz ergangen. Diese stellen nun eindeutig klar, dass die Kreissynode selbst und nicht Personalstellenausschuss und Kirchenkreisvorstand die Stellen den Kirchengemeinden bzw. Anstellungsträgern zuweisen muss. Aus diesem Grund müssen wir unter Tagesordnungspunkt 3 nochmals auf diese Angelegenheit zurückkommen.

Wir hoffen und arbeiten daran, dass die neuen Stellen mit Beginn des neuen Jahres besetzt werden können. Am weitesten fortgeschritten ist das Besetzungsverfahren bei der Kirchenmusikerstelle. Am kommenden Montag und Dienstag werden sich vier Bewerberinnen und Bewerber vorstellen. Die Jugendarbeiterstellen im Gesamtverband Meinhardt und im Ringgau sind ebenfalls ausgeschrieben, Bewerbungen sind eingegangen, das Besetzungsverfahren läuft. Von den neuen Stellen verspreche ich mir erhebliche Impulse für das kirchliche Leben in unserem Kirchenkreis.

Stiftung Jugendarbeit (Beyer)
Am 3. September 2002 beschäftigte sich der Kirchenkreisvorstand zu ersten Mal mit der Idee, eine Stiftung für Jugendarbeit zu gründen.
Inhaltlich sprach für dieses Projekt, dass kontinuierlich und langfristig immer wieder Projekte und Anschaffungen im Bereich der Jugendarbeit unserer Kirche gefördert werden können.
Und so wurden bis zur Frühjahrssynode am 22.02.2003 alle formalen Vorbedingungen seitens des Kirchlichen Rentamtes und des Kirchenkreisvorstand geklärt. Die Bereitstellung von 40.000 € Stiftungskapital aus Mitteln des Kirchenkreises wurde durchgerechnet, ein Entwurf der Stiftungsverfassung dem Landeskirchenamt, dem Finanzamt Kassel-Goethestraße und dem Regierungspräsidium zur Vorprüfung übersandt und erhielt positive Rückmeldung.

Die Frühjahrssynode beschloss dann die Gründung der "Stiftung Evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Eschwege", stellte im Nachtragshaushalt 2003 das Stiftungskapital in Höhe von 40.000 € zur Verfügung und wählte fünf Mitglieder in den Stiftungsvorstand. Inzwischen hat sich der Vorstand konstituiert und Pfarrerin Reinhardt zur Vorsitzenden, Kreisjugendpfarrer Hübner zu deren Stellvertreter und Dekan Dr. Arnold zum Schriftführer gewählt, des weiteren gehören dem Vorstand Frau Riebensahm und Pfarrer Ander an.

Am 1. Juli 2003 erlangte die Stiftung ihre formale Anerkennung durch das Regierungspräsidium Kassel.
Am 11. Juli ließ es sich Landrat Brosey nicht nehmen, die dazugehörige Stiftungsurkunde persönlich bei einem außergewöhnlichen Fest im Schwimmbad in Eschwege zu überreichen.
Fasziniert von dieser Idee haben der Gemeindeverband Meinhard mit 5.000,- € und ein privater Zustifter mit 3.000,- € dieses als gemeinnützig anerkannte Projekt unterstützt.

Diese Stiftung kann von ihrem Grundsatz und ihrer Anlage her keine "Eintagsfliege" bleiben, sie birgt aber das Potenzial in sich noch mehr bewegen zu können. Dies geschieht, wenn weiterhin Menschen kleinere und größere Beträge dem Stiftungskapital zufließen lassen. Das kann auch eine der freien Kollekten sein, über die sie als Kirchenvorstandsmitglieder in ihren Gemeinden mitentscheiden.

Gebäudesituation
Im Kirchenkreis gibt es insgesamt 160 Gebäude. Darunter sind 74 Kirchen, 52 Gemeindehäuser und 33 Pfarrhäuser. Ich danke allen Kirchenvorständen, die durch jährliche Baubegehungen Schäden frühzeitig erkennen und oft in jahrelangen Beratungen die Baumaßnahmen begleiten und voranbringen. Die Unterhaltung der vielen Gebäude macht uns große Sorge. Zum einen fehlen die finanziellen Mittel, um die Baumaßnahmen zeitnah auszuführen. Zum anderen fehlt den Kirchenvorständen die nötige fachliche Unterstützung. Nicht wenige Kirchenvorstände fühlen sich damit überfordert und allein gelassen. In der Landeskirche wird deshalb über ein einfacheres und effektiveres Gebäudemanagement nachgedacht.

Einige Bauprojekte konnten im zurückliegenden Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Ich nenne nur die größeren Vorhaben:
Kirchensanierung Langenhain
Kirchensanierung Rambach
Kirchensanierung Röhrda
Kirchensanierung Hitzelrode
Kirchensanierung Küchen (Abschluss 02.11.03).
Es ist eine Freude zu sehen, wie schön diese Kirchen geworden sind.

Größer ist die jedoch die Zahl der Baustellen:
Kirche Harmuthsachsen
Kirche Markershausen
Kirche Motzenrode
Kirche Stadthosbach
Kirche Hitzerode
Kirche Mäckelsdorf
Kirche Burghofen
Kirche Niederdünzebach
Kirchturm Frankenhain
Pfarrhaus Altenburschla
Pfarrhaus Harmuthsachsen
Pfarrhaus Waldkappel
Pfarr- und Gemeindehaus Jestädt

Und noch größer ist der Sanierungs- und Renovierungsbedarf, den wir vor uns herschieben:
Kirche Willershausen
Kirche Völkershausen
Kirche Aue
Kirche Alberode
Kirche Rodebach
Neustädter Kirche Eschwege (Außenrenovierung)
Kirche Schwebda
Kirche Niederhone
Kirche Herleshausen
Kirche Altenburschla
Kirche Friemen
Kirche Hasselbach
Kirche Wommen
Kirchenheizung Netra
Gemeindehausheizung Schemmern
Pfarrhaus Rambach

Auch einige wenige Neubauten sind notwendig:
Gemeindehaus mit Kindertagesstätte ESW-Kreuzkirche
Gemeindehaus Reichensachsen
Pfarrhaus Wanfried

Bei der Vielzahl der Baumaßnahmen ist es fast unmöglich, den Überblick zu behalten. Auch der Kirchenkreisbauausschuss ist damit überfordert. Wir brauchen deshalb dringend eine effektive Neuordnung unseres kirchlichen Bauwesens.

Strukturreform: Strukturreform - Stand der Dinge in der Landeskirche (Deist)
"Die Art und Weise, in der die Kirche ihren Auftrag wahrnimmt, hängt vielfältig von Bedingungen ab, die die Kirche vorfindet und deren Entwicklung sie nur teilweise beeinflussen kann. Besonders spürbar wird die Abhängigkeit von solchen Bedingungen, wenn diese sich nach längeren Zeiträumen relativer Stabilität nachhaltig verändern und die Kirche vor der Aufgabe steht, ihre Arbeitsweise auf das anders werdende Umfeld einzustellen." (Bezeugung des Evangeliums, S. 81)

Die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens und der Mitgliedschaft ist seit Jahren rückläufig. Ende der 1990er Jahre ergab sich eine grundlegende Veränderung durch die neue Finanzverfassung unserer Kirche.

Der Rat der Landeskirche hat den Struktur- und Entwicklungsausschuss beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten, wie unsere Kirche ihren Auftrag unter den veränderten Bedingungen wahrnehmen kann. Der Struktur- und Entwicklungsausschuss hat in seiner Vorlage für den Rat der Landeskirche am 23.05.2002 in Hinsicht auf den Kirchenkreis Eschwege folgende strukturelle Veränderungen vorgeschlagen:

a) Zuordnung der Südregion des Werra-Meißner-Kreises (Pfarrstellen Berneburg, Breitau, Sontra 1 und 2 sowie Ulfen) zum Kirchenkreis Eschwege. Diese Region gehört jetzt zum Kirchenkreis Rotenburg.
b) Umordnung der Westregion des Kirchenkreises Eschwege (Pfarrstellen Frankershausen, Abterode, Germerode, Bischhausen, Harmuthsachsen, Schemmern und Waldkappel) zum Kirchenkreis Witzenhausen.

Nach einem ausführlichen Diskussionsprozess im Vorfeld hat die Kreissynode Eschwege dazu in der Herbstsynode (am 29.11.2002) beschlossen, dass sie

a) die Zuordnung von 11 Kirchengemeinden aus der Südregion um Sontra für sinnvoll hält. Voraussetzung für diese Zuordnung soll allerdings die Zustimmung der betroffenen Gemeinden sein.
b) die Umordnung von 21 Kirchengemeinden aus der Westregion zum Kirchenkreis Witzenhausen ablehnt.

Diese Beschlüsse wurden mit Stellungnahme und Begründung am 25.02.2003 an das Landeskirchenamt übersandt. Nachdem auch die Kreissynode Rotenburg im Frühjahr 2003 beschlossen hatte, "dass der Vorschlag des Strukturausschusses nachvollziehbar sei, die Kirchenkreisgrenzen den Landkreisgrenzen anzupassen", wurden Gespräche über eine Zuordnung der Region Sontra zum Kirchenkreis Eschwege vereinbart. Dazu wurde ein gemeinsamer Strukturausschuss aus Vertretern/innen aus der betroffenen Region, aus dem Kirchenkreis Rotenburg und dem Kirchenkreis Eschwege gebildet. Weiteres dazu berichtet Dekan Dr. Arnold.

In dem gemeinsamen Strukturausschuss sind alle Kirchspiele der Region Sontra vertreten, auch die Dekanin des Kirchenkreises Rotenburg nimmt regelmäßig daran teil. Mit der Leitung des Ausschusses wurde Pfarrer Stefan Bretschneider beauftragt. Bisher hat sich der Ausschuss dreimal getroffen, und zwar in Sontra, in Ulfen und in Wichmannshausen.
Die Arbeit geht zügig voran, die Gesprächsatmosphäre ist gut. Themen waren bisher die diakonische Arbeit in der Region Sontra, die Zukunft der Personalstellen in der Region, die Stellung Sontras in einem vergrößerten Kirchenkreis Eschwege und Überlegungen zu neuen Strukturen unterhalb der Kirchenkreisebene.

Ich gehe davon aus, dass der Ausschuss seine Arbeit im nächsten Jahr abschließen wird. Die Arbeitsergebnisse werden dann den beiden Kreissynoden und danach der Landeskirche vorgelegt. Mit einer rechtlichen Umsetzung rechne ich allerdings erst zur neuen Kirchenvorstandswahl im Jahr 2007.

Internetauftritt
Der auf der Frühjahrssynode vorgestellte Internetauftritt des Kirchenkreises wird gut aufgenommen. Bisher wurden die Seiten des Kirchenkreises 2.764 mal aufgerufen (Stand vom 15.09.2003). In einer Bewertung bezeichnen 96,5 % den Auftritt als sehr gelungen, 3,5 % sagen, er spreche sie nur teilweise an und 0 % sagen, er sei keine Bereicherung. Allerdings nutzen bis jetzt zu wenige Gemeinden diese kostenlose Möglichkeit, ihre Arbeit darzustellen und mit den Nutzern in Kontakt zu treten. Jeder, der einen Computer mit Internetzugang besitzt, kann im Auftrag seiner Gemeinde oder seines Arbeitsbereiches über Neuigkeiten berichten, Termine ankündigen oder seine Gemeinde bzw. sein Projekt vorstellen. Durch Fortbildungen werden hoffentlich bald noch mehr Personen und Einrichtungen dieses moderne Kommunikationsmedium nutzen.

Pfarrstellenwechsel
Pfarrstellenwechsel gab es in den Kirchspielen Renda und Nesselröden. In Renda folgte auf Pfarrer Fritz-Eckard Schmidt, der zum Dekan in Schlüchtern berufen wurde, Pfarrerin Heide-Michaela Panke. In Nesselröden wurde Tanja Griesel Nachfolgerin von Dierk Brüning. Beide Pfarrerinnen nehmen über ihren Gemeindedienst hinaus zusätzliche Aufgaben wahr. Pfarrerin Panke unterstützt die Frauenarbeit in den Kirchenkreisen Eschwege und Witzenhausen. Pfarrerin Griesel unterrichtet 8 Stunden Evangelische Religion an der Grundschule Nesselröden. Darüber hinaus produziert sie in Nachfolge von Pfarrer Roland Kupski kirchliche Sendungen für den Rundfunk Meißner.
Beide Gemeindepfarrerinnen sind mit Pfarrern "im Ehrenamt" verheiratet. Pfarrer Griesel hat ehrenamtlich einen Predigtauftrag in der Kirchengemeinde Reichensachsen übernommen. Er arbeitet außerdem in der Notfallseelsorge mit. Welche Aufgaben Pfarrer Griesel übernehmen wird, klärt sich in diesen Tagen.
Auch für die Kirchengemeinde Reichensachsen, deren zweite (halbe) Pfarrstelle seit langem unbesetzt ist, gibt es eine gute Perspektive. Pfarrerin Gudrun Kühnemut wir ab dem 15.01.2004 mit einem halben Dienstauftrag in der Gemeindearbeit mithelfen. Insgesamt wird dann der Pfarrdienst im Kirchenkreis so gut abgedeckt sein wie seit vielen Jahren nicht mehr.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch erwähnen, dass bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft Prediger Paul-Gerhard Engmann, der auch Mitglied unserer Synode ist, in den Ruhestand getreten ist. Die Predigerstelle ist also zur Zeit unbesetzt, wird aber wiederbesetzt werden.

Konvente
Der Pfarrkonvent dieses Jahres findet morgen und am kommenden Mittwoch bei Pfarrer Harald Aschenbrenner im Niddawitzhausen statt. Dort trifft sich die Pfarrerschaft aus dem Kirchenkreis zu einem gemeinsamen Gottesdienst und zu eingehenden Beratungen. Erstmals findet darüber hinaus auch ein Gemeindekonvent im Kirchspiel Altenburschla statt. Beim Gemeindekonvent steht nicht die Arbeit des Pfarrers im Mittelpunkt. Vielmehr gilt das Interesse den Ehrenamtlichen der Gemeinde. Eine fünfköpfige Besuchergruppe aus dem Kirchenkreis feiert mit der Gemeinde Gottesdienst, kommt zu Gesprächen mit den Kirchenvorständen und zu Begegnungen mit Gemeindegruppen in das Kirchspiel. Im Vorfeld des Gemeindekonvents hat der Kirchenvorstand Altenburschla einen kleinen Film über die Gemeinde gedreht, um sich damit vorzustellen. Eine hervorragende Idee! Auch der Kirchenvorstand Heldra hat einen schönen Bericht in Wort und Bild angefertigt, der einen ersten Einblick gibt in das Gemeindeleben. Ich freue mich auf diesen ersten Gemeindekonvent und ermutige alle Gemeinden, die Besuchergruppe ebenfalls zu einem Gemeindekonvent einzuladen.

Partnerschaften (Ludger Arnold)
Die INDIEN - Partnerschaft hat sich im letzten Jahr positiv weiter entwickelt. Durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten kann jetzt Pfr. Hocke einfacher und regelmäßiger den direkten Kontakt mit den Verantwortlichen im Kirchenbezirk Bellary und in unserem Projekt halten.

An einem "Partnerschaftssonntag" am 25.06.2003 stand in vielen Gemeinden die inzwischen 20-jährige Beziehung zum Kirchenbezirk Bellary im Mittelpunkt des Gottesdienstes. In der Fürbitte wurde an die Christen und Gemeinden in Bellary gedacht.

Im Januar 2004 wird wieder eine Delegation des Kirchenkreises mit Dekan Dr. Arnold, Fr. Karin Perels und Herrn Hanno Brandl nach Indien reisen. Die Delegationsteilnehmer werden dann auf der Frühjahrssynode zusammen mit dem Ökumenebeauftragten einen ausführlichen Bericht geben.

Im Rahmen der Partnerschaft bzw. der Zusammenarbeit zwischen der EKKW und der Luth. Kirche in Estland eine mögliche Kooperation mit einem Kirchenbezirk zu erkunden geht nur langsam voran, wird aber unter der Federführung von Pfr. St. Bretschneider weiter betrieben.

Die Partnerschaft mit dem Kirchenkreis MÜHLHAUSEN, wird weiter gepflegt und soll evtl. durch den Abschluss einer Partnerschaftsvereinbarung weiter verstetigt werden. Gespräche dazu werden in nächster Zeit stattfinden. (Vom 03. - 05.10.03 findet in Mühlhausen der diesjährige Thüringentag statt, mit vielen Veranstaltungen mit kirchlicher Beteiligung)

Ökumene
Die ökumenischen Beziehungen konnten weiter vertieft werden. Zum ersten Mal überhaupt fand eine gemeinsame Pfarrkonferenz mit den katholischen Pfarrern aus dem Dekanat Eschwege in Niederhone statt. Ich konnte auch einen Vortrag in der katholischen Pfarrkonferenz halten über das Patenamt nach evangelischem Verständnis. Mit großem Interesse wurde dort zur Kenntnis genommen, dass die evangelische Kirche jetzt auch katholische Patinnen und Paten bei einer evangelischen Taufe als vollgültige Paten anerkennt. Die ökumenischen Tauferinnerungsgottesdienste auf dem Hülfensberg sind zu einem festen Eckdatum für die Ökumene in unserer Region geworden.
Auch zur Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Eschwege bestehen inzwischen gute Beziehungen. Dies fand darin seinen Ausdruck, dass ich als Gastprediger in den Gottesdienst der Gemeinde eingeladen war.

Erklärung zum Irak-Krieg und Härtefallkommission für Flüchtlinge (Deist)
In unserer Kreissynode am 22.02.2003 haben wir eine Erklärung zum Irakkrieg erarbeitet und nahezu einstimmig verabschiedet. Darin kam die tiefe Sorge der Menschen unserer Region um den Erhalt des Friedens und die Erwartung zum Ausdruck, dass die Bewahrung des Friedens für die Politiker eine hohe Bedeutung haben soll.

Außerdem haben wir einen Antrag an die Landessynode beschlossen zur Errichtung einer Härtefallkommission für Flüchtlinge in Hessen. Die Härtefallkommission sollte die Interessen der ausreisepflichtigen Ausländer, Flüchtlinge und Migranten vertreten.

Was ist nun in der Zwischenzeit mit unseren Initiativen geschehen?

1. Erklärung zum Irakkrieg wurde an folgende Adressen gesandt:
I. Bischof Dr. Martin Hein
II. Bundeskanzler Dr. Gerhard Schröder
III. Bundesminister des Auswärtigen Josef Fischer
IV. Embassy of the United States Berlin
Bisher haben wir dazu von keinem der Empfänger eine Antwort erhalten. Ich - und ich denke - wir alle, sind dankbar, dass die offiziellen Kriegshandlungen im Irak inzwischen beendet sind und ich hoffe auf Frieden im Nahen und Mittleren Osten.

2. Neben dem Kirchenkreis Eschwege bitten auch die Kreissynoden Gelnhausen, Hofgeismar, Homberg, Kaufungen, Kassel-Mitte, Kassel-Ost, Kassel-West, Witzenhausen und Ziegenhain die Landessynode, die Forderung auf Errichtung einer Härtefallkommission für Flüchtlinge in Hessen mit zu tragen und sich in der Öffentlichkeit und bei der Hessischen Landesregierung für ein solches Gremium einzusetzen.

Die Landessynode hat sich die Forderung führender Flüchtlings- und Migrationsorganisationen und vieler Wohlfahrtsverbände nach Errichtung einer Härtefallkommission in Hessen zu Eigen gemacht und in der Frühjahrssynode 2003 einen entsprechenden Beschluss gefasst. Damit ist sie ausdrücklich einer gemeinsamen Empfehlung des Kirchenamtes der EKD gefolgt.

Leider fand das Anliegen bei der Hessischen Landesregierung kein Gehör. Diese sieht nach wie vor keinen Bedarf für die Errichtung einer Härtefallkommission. Ausreispflichtige Ausländer hätten die Möglichkeit, sich mit einer Petition an den Hessischen Landtag zu wenden. Auf diese Weise werde durch ein grundrechtlich abgesichertes und demokratische legitimiertes Verfahren sichergestellt, dass die Interessen der Betroffenen in hinreichendem Maße gewahrt werden. Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigten zudem, dass die Entscheidungen der Härtefallkommissionen nicht anders ausfielen als die Beschlüsse der Petitionsausschüsse.



Diakoniesammlungen
Unsere Synode hat vor einem Jahr auf der Synode in Waldkappel die Landessynode gebeten, "die drei Sammlungen für die Diakonie zu einer Sammlung zusammenzufassen. Der Zweck, dem die gesammelten Gelder zugute kommen, sollte von jedem Kirchenkreis selbst festgelegt werden. Träger diakonischer Projekte können Vorschläge machen, die in eine offene Liste aufgenommen und den Kirchenkreisen zur Verfügung gestellt werden. Der Kirchenkreisvorstand entscheidet dann, für welches Projekt in den Gemeinden des Kirchenkreises gesammelt wird." Der Rat der Landeskirche hat das Diakonische Werk gebeten, in einer Arbeitsgruppe Vorschläge für eine Neuordnung zu erarbeiten. Ich selbst arbeite in dieser Arbeitsgruppe mit. Allerdings sind die Widerstände gegen eine Reform groß, denn es geht um Entscheidungsbefugnisse und um die Angst vor finanziellen Einbußen. Bisher ist die Arbeitsgruppe noch zu keinem Ergebnis gekommen.

Mitglieder stärken und gewinnen: Eine Initiative für das nächste Jahr (Deist)
Der Kirchenkreisvorstand hat am 14.09.2002 in Weißenborn vor der Kreissynode berichtet, dass der Mitgliederrückgang in unseren Kirchenkreis besorgniserregend ist. Im Jahr 1968 hatte unser Kirchenkreis noch 58.211 Gemeindeglieder, 1983 waren es noch 55.550 Evangelische, 1987 wurden 49.873 Mitglieder gezählt und Ende 2001 waren es noch 41.449. Das heißt, der Kirchenkreis hat in 34 Jahren fast ein Drittel seiner Mitglieder verloren.

Dieser Verlust errechnet sich zu 52,52% aus der höheren Zahl der Wegzüge gegenüber den Zuzügen (Wanderungsverlust), zu 22,78% aus der höheren Zahl der Bestattungen gegenüber den Taufen (Überalterungsverlust) und zuletzt (zu 18,70%) aus der höheren Zahl der Austritte gegenüber den Eintritten. Deshalb haben wir im Kirchenkreis Eschwege ein großes Interesse daran, unsere Mitglieder in ihrer Mitgliedschaft zu bestärken und neue Mitglieder zu gewinnen. Dieses Anliegen wurde in der Kreissynode in Weißenborn deutlich. Aber wie soll das geschehen?

Es wurde eine Arbeitsgruppe "Mitglieder stärken und gewinnen" eingerichtet. Darin mitgewirkt haben Herr Dekan Dr. Martin Arnold, Herr Dr. Ingo Bevern, Herr Manfred-Otto Cassel, Herr Pfr. Heinrich Mihr, Frau Pfrin. Sieglinde Repp-Jost und ich. In drei Sitzungen am 14.02., 24.03. und 26.05.2003 haben wir als Arbeitsgruppe beraten und versucht, konkrete Vorschläge zu machen, wie wir über - die normale Gemeindearbeit hinaus - in unserem Kirchenkreis "Mitglieder stärken und gewinnen" können. Auch eine gemeinsame Sitzung der evangelischen und katholischen Pfarrkonferenz (am 02.04.2003 in Niederhone) hat sich mit diesem Thema befasst. In einer Sondersitzung des Kirchenkreisvorstands entstand die Anlage zu TOP 4 "Wofür die Kirche steht" nach einer Vorlage von Frau Pfrin Repp-Jost.

Einige Ideen, die in der Arbeitsgruppe entstanden, will ich benennen:

1. Die Kirche in der Region braucht den Mut zum Profil. Menschen wollen wissen, wofür die Evangelische Kirche steht.
2. Es gilt, Gottesdienste als zentrale Veranstaltungen der Kirche so zu erschließen, dass die herkömmlichen Gottesdienste bewusster mitgefeiert und durch neue Gottesdienstformen andere Zielgruppen erreicht werden können.
3. Die Kommunikation unter den Kirchenmitgliedern sollte verstärkt werden. Nur durch Kontakt, Ansprache und Begegnung kann die Mitgliedschaft erhalten und können neue Mitglieder gewonnen werden.
4. Wir wollen auf Ausgetretene zugehen, um den Kontakt neu anzuknüpfen. Die Taufe begründet eine bleibende Verantwortung der Kirche auch gegenüber den Ausgetretenen.
5. Unter dem Motto "Treten Sie ein!" kann ein weiterer "Tag der offenen Kirchen" am 06.06.2004 ein niederschwelliges Angebot sein, um Menschen in die "Kirche" einzuladen.
6. Die Jugendarbeit muss verstärkt werden.
7. Da wir zur Zeit nicht in der Lage sind, in allen Gemeinden Jugendarbeit, Kirchenmusik und besondere Angebote zu machen, könnten zentrale Highlights organisiert werden. Dazu ist eine stärkere Kooperation nötig.
8. Menschen sollen eingeladen werden, durch "Testimonials" öffentlich für die Kirche einzutreten. Gedacht ist dabei an eine Plakataktion.
9. Neuzugezogene sollen angesprochen und begrüßt werden.

Die Arbeitsgruppe hat sich ein Konzept überlegt, wie und in welchem Zeitrahmen die Ideen umgesetzt werden können.
Das Plenum der KreissynodeDer Herleshäuser Bürgermeister Schmidt spricht ein Grußwort

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