Aktuelles aus der Kreissynode

Protokoll der Kreissynode Germerode liegt vor

Mi 29.10.2008 14:47
Am 6. September 2008 tagte die Kreissynode Eschwege in Germerode. Dabei wurden unter anderem wichtige Beschlüsse gefasst zur Übernahme der Evangelischen Familienbildungsstätte in die Trägerschaft des Kirchenkreises und zur Ansiedlung der Communität Koinonia im Kloster Germerode. Hier können Sie das Protokoll der Synode nachlesen:

Protokoll der Kreissynode des Kirchenkreises Eschwege am 06. 09. 2009 in Germerode

Beginn der Synode um 8.37 Uhr mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche Germerode. Die Kollekte erbrachte einen Betrag von 218,-- € für die Gestaltung des Kindergottesdienstraumes der Gemeinde Germerode. Anschließend Einteilen der Synodalen in 6 Arbeitsgruppen mit je eigenem Protokoll zu den Themen:
"Ansiedlung der Communität Koinonia im Kloster Germerode"
"Möglichkeiten von anlassbezogenen Gottesdiensten besser nutzen"
"Freiwilligenbörse einrichten"
"Evang. Forum gründen mit übergemeindlichen Bildungsangeboten"
"Neue Wohn- und Lebensformen für das Alter entwickeln"
"Mehrgenerationenhäuser auch in den Regionen aufbauen"

Sitzungen der Arbeitsgruppen an verschiedenen Orten des Klosters Germerode,
im DGH und im Backhaus ab 9.38 Uhr bis ca. 10.30 Uhr,

anschließend Kaffeepause im DGH Germerode.

Verhandlungsbeginn der Kreissynode im DGH Germerode um 11.04 Uhr mit 82 anwesenden, stimmberechtigten Mitgliedern.


TOP 1 Begrüßung

Vorsitzender Ludger Arnold begrüßt die anwesenden Gäste:
Frau Traudel Priller für die Kommunität Koinonia
Dechant Mario Kawollek für die Katholische Kirche

Grußwort Dechant Kawollek:

Dechant Kawollek berichtet über die im Kath. Bistum Fulda durchgeführte Sinus-Studie über die unterschiedlichen, kirchlichen Milieus der Gemeindeglieder, die bei einer Fortbildungsveranstaltung des Bistums Fulda mit 4000 Mitarbeitern vorgestellt werden soll. Er schließt sein Grußwort mit einem Gedicht zum Thema "Einheit" der Kirche.

Pfr. Stephan Bretschneider verliest ein Grußwort von Propst Ehasalu aus Valga in Estland.
Vorsitzender Arnold entschuldigt Superintendent Andreas Piontek aus Mühlhausen der die erkrankte Pröpstin vertreten muss und Vorsitzenden von Marschall, der ebenfalls verhindert ist.
Landrat Stefan Reuß lässt sich entschuldigen und wünscht den Verhandlungen einen guten Verlauf.

Bürgermeister Friedhelm Junghans war während der Gruppensitzungen anwesend, hat aber zur Zeit noch einen Termin.


TOP 2 Bericht des Kirchenkreisvorstandes (KKV)

Die Mitglieder des Kirchenkreisvorstandes übernehmen jeweils einen Berichtsteil.
Frau Hedwig Siebert (Ulfen) führt aus, dass die Umgliederung der südlichen Ge-meinden in den Kirchenkreis Eschwege problemlos verlaufen sei und man sich insbesondere auch über die Einwahl von Mitgliedern in die Kirchenkreisgremien gefreut habe. Den Mitarbeitern der Gemeinden sind an einem "Tag der offenen Tür" die Einrichtungen des Kirchenkreises vorgestellt worden, so dass eine Neuorientierung erheblich erleichtert wurde. Die Pfarrerinnen und Pfarrer haben zudem durch ihre Teilnahme am Pastoralkolleg in Brotterode ihre Amtsgeschwister längere Zeit kennenlernen können, so dass einer neuen Geschwisterlichkeit nichts mehr im Wege steht.
Der Kirchenkreis Eschwege hat nunmehr 43.471 Gemeindeglieder in 83 Kirchengemeinden und ist damit von der Anzahl her der siebtgrößte Kirchenkreis von Kurhessen-Waldeck. Auf das ins Detail gehende Infoblatt für die Synodalen in der Tischvorlage wird verwiesen.
Pfr. Ralph Beyer berichtet, dass der Energiesparfond des Kirchenkreises mittlerweile eingerichtet werden konnte und bereits drei Maßnahmen gefördert werden konnten: Dämmung Dachbodendecke und Kellerdecke im Pfarrhaus Albungen, Dämmung Dachboden und der Kellerdecken im Pfarrhaus Niederdünzebach, sowie die Einrichtung einer Solaranlage im Pfarrhaus der Kreuzkirche in Eschwege. Frau Birgit Deist: Die neugegründete Kirchenerhaltungsstiftung des Kirchenkreises Eschwege hat ihre Arbeit unter dem Vorsitz von Herrn Andreas von Scharfenberg aufgenommen. Gefördert wurden die Anschaffung einer neuen Kanzel in Niederdünzebach und die Reparatur und Reinigung der Orgel in der Neustädter Kirche in Eschwege.
Dekan Dr. Martin Arnold: Der Kirchenkreisvorstand hat die Überlegungen, die Familienbildungsstätte Eschwege, die bisher in der Trägerschaft des Gesamtverbandes Eschwege ist, in die Trägerschaft des Kirchenkreises zu übernehmen, ausführlich behandelt. Alle damit involvierten Gremien stimmen im Vorfeld einer Übernahme zu, lediglich die Gesamtverbandsvertretung der Eschweger Kirchengemeinden wird erst im Herbst ihr Votum abgeben können, da dann erst eine neue Sitzung anberaumt ist. Bisher wurde die Familienbildungsstätte schon aus Mitteln des Kirchenkreises in Höhe von 16.000 € unterstützt, da ihre Arbeit auch vielen Gemeindegliedern und Gruppen im Kirchenkreis zugute kommt. Näheres soll unter TOP 3 erläutert werden.
Der KKV unterstützt das Vorhaben die Kommunität Koinonia im Kloster Germerode anzusiedeln, ebenso wie die Kirchenleitung, die ein Darlehen von 600.000 € für
das Vorhaben in Aussicht gestellt hat. Daher empfiehlt der KKV der Kreissynode für die Ansiedlung einen Betrag von 50.000 € aus Haushaltsüberschüssen der Vorjahre zur Verfügung zu stellen. Eine weitergehende Haftungspflicht des Kirchenkreises besteht nicht.

Pfrin. Andrea Kaiser (Netra) stellt eine Rückfrage zur Tischvorlage. Sie erhält die Auskunft, dass in dem Infoblatt nur den Kirchengemeinden gehörende Gebäude (Eigentum) aufgelistet sind.

Pfr. Stefan Ander (Grebendorf) stellt die Frage, ob die Mitglieder der Kommunität später auch in der Synode vertreten seien. Es wird geantwortet, aus rechtlichen Gründen kann die Kommunität keine Vertreter in die Synode entsenden.


TOP 3: Übernahme der Familienbildungsstätte in die Trägerschaft des Kirchenkreises Eschwege

Eine detaillierte Begründung für die Übernahme seitens des Kirchenkreisvorstandes ist den Synodalen mit der Einladung zugesandt worden. Auf die schriftliche Begründung wird vom Vorsitzenden Arnold für die weitere Diskussion verwiesen. Vorsitzender Arnold erläutert noch einmal mündlich die wichtigsten Punkte, die für eine Übernahme der Trägerschaft sprechen.
Pfr. Bretschneider ergreift das Wort und dankt der Leiterin der Familienbildungsstätte, Frau Bender, unter deren Leitung die Einrichtung in der letzten Zeit stark aufgeblüht ist, so wie ihrer Vorgängerin, Frau Wendelborn, für deren erfolgreiche Aufbauleistung, sowie Herrn Pfr. Mihr für dessen Leistungen im Vorsitz des Leitungsgremiums.

Pfr. Christoph Dühr unterstreicht, dass den Gemeinden des Gesamtverbandes die Übergabe der Trägerschaft in die Hände des Kirchenkreises nicht leicht fällt und der Gesamtverband weiterhin engen Kontakt zu den Gremien halten will.

Vorsitzender Ludger Arnold stellt, nachdem keine weiteren Rückfragen gestellt werden, die Übernahme in die Trägerschaft des Kirchenkreises zur Abstimmung.
Der Beschluss im Wortlaut:
"Unter der Voraussetzung, dass die Gesamtverbandsvertretung Eschwege zustimmt, beschließt die Kreissynode die Übernahme der Trägerschaft für die Evangelische Familienbildungsstätte zum 1. Januar 2009."

Einstimmig beschließt die Kreissynode die Übernahme der Trägerschaft.


TOP 4: Ansiedlung der Kommunität Koinonia
Eine detaillierte Begründung für die Übernahme seitens des Kirchenkreisvorstandes ist den Synodalen mit der Einladung zugesandt worden. Auf die schriftliche Begründung wird von Vorsitzendem Arnold für die weitere Diskussion verwiesen.
Dekan Dr. Martin Arnold bittet die Synodalen um Unterstützung des Vorhabens und betont, dass viele geistliche Impulse auch in die Gemeinden des Kirchenkreises ausstrahlen werden. Insbesondere ist die Kommunität an einer Zusammenarbeit mit landeskirchlich geprägten Christen interessiert. Pfrin. Rosemarie Kaukemüller-Nohl (Wanfried) unterstützt diese Ansicht und betont, dass die Einrichtung belebt werde durch Menschen, die dort zuhause sind.
Pfrin. Dorlies Schulze (Germerode) betont die gute Zusammenarbeit der Kirchengemeinde Germerode mit der Tagungsstätte im alten Kloster und dass die Menschen dort sich auf dauernd dort wohnenden Mitgliedern der Kommunität freuen und deren Arbeit unterstützten wollen.
Pfrin. Sieglinde Repp-Jost (Stadtkirchengemeinde Eschwege) stellt fest, dass das geplante Tagungshaus nun nicht errichtet werden soll und fragt, wie denn ansonsten gearbeitet werden kann. Daraufhin antwortet Dekan Arnold, dass die Landeskirche für ein Tagungshaus mind. 2 Mio. € hätte aufbringen müssen, andere Tagungshäuser seien jedoch defizitär, eine weitere so hohe Investition werde nicht befürwortet. Die bisherige Arbeit in Germerode mit der geringeren Kapazität werde jedoch sehr gut angenommen, daher entstand die Idee, dass auch die Kommunität regelmäßig Gäste aufnehmen könnte. Man käme dann ohne ein weiteres Tagungshaus aus.
Synodale Ute Göpel (Herleshausen) merkt an, das sei ja alles prima, aber dann gäbe es im Kirchenkreis wieder ein Gebäude mehr, wo es doch insgesamt erheblichen Leerstand an Gebäuden gäbe und andere Gebäude in ihrer Unterhaltung gefährdet seien.
Vorsitzender Arnold: Das Wohngebäude für die Kommunität in Germerode zu errichten, sei die einzige Möglichkeit räumlich die Anwesenheit der Kommunität mit der gewachsenen Arbeit im Kloster Germerode zu verbinden.
Synodaler Hans-Günter Ludwig (Waldkappel): Ein Gebäude für die Ansiedlung einer Kommunität sei von Anfang an bei der Planung in Germerode vorgesehen worden. Ein wie auch immer geartetes Sponsoring ist immer schwieriger geworden, so dass man sich seitens der Klostergesellschaft Germerode sehr freut, dass sich jetzt der Kirchenkreis und die Landeskirche endlich einbringen wollen.
Vorsitzender Ludger Arnold erinnert an den gemeinsamen Besuch der Kommunität in Volkenroda. Ein solche Einrichtung sei eine gute Investition für die Zukunft der Kirche und der Gemeinden.
Es gibt im Weiteren noch Fragen zur Zusammenarbeit mit der Pfarrstelle für geistliches Leben in Germerode und der Miete der Koinonia.
Dekan Arnold antwortet: Die gute Zusammenarbeit mit der Kommunität ist schon jetzt
gewährleistet und sollte die Kommunität irgendwann als Mieterin ausfallen, muss
eben die Landeskirche einspringen. Eine Gebäudeunterhaltung durch den Kirchenkreis ist nicht vorgesehen. Noch ist aber keine definitive Zusage über die Geldmittel der Landeskirche erteilt.

Vorsitzender Ludger Arnold stellt, nachdem keine weiteren Rückfragen gestellt werden, folgenden Antrag zur Abstimmung:
"Die Kreissynode begrüßt die Ansiedlung der Communität Koinonia im Kloster Ge-rmerode. Sie stellt aus dem Jahresüberschuss des vergangenen Haushaltsjahres 50.000,-- € als Investitionszuschuss für den Neubau eines Wohn- und Gästehauses auf dem Klostergelände zur Verfügung. Die Landeskirche wird gebeten, das von der Klostergesellschaft beantragte Darlehen für das Neubauvorhaben zu gewähren."

Die Abstimmung der Synodalen ergibt Zustimmung bei 2 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen.


TOP 5 Entlastung der Jahresrechungen 2005 und 2006

Herr Andreas Koch, stellvertretender Leiter des Kirchenkreisamtes Eschwe-ge/Witzenhausen, erläutert die Tischvorlage zur Entlastung der Jahresrechnung des Kirchenkreishaushaltes 2005/2006. Er verweist insbesondere auf die Veränderungen, die sich durch die Übernahme der Jugendarbeiterstellen in die Trägerschaft des Kirchenkreises ergeben haben. Pfr. Gernot Hübner stellt im Anschluss an die Erläuterungen den Antrag auf Entlastung der Rechnungsführung des Kirchenkreisamtes sowie des Kirchenkreisvorstandes durch die Kreissynode.

Die Abstimmung ergibt bei Enthaltung der Betroffenen eine Entlastung ohne Gegen-stimmen.


TOP 6 Verschiedenes

Pfr. Christoph Dühr (Kreuzkirche) stellt die Kampagne "Entdecker Voraus" vor. Die Synodalen haben eine Broschüre und ein vorgefertigten Brief auf den Tischen vorgefunden. Es geht um die neuehn Vorgaben für die Kindertagesstättenarbeit durch die Hessische Landesregierung. Von allen evangelischen Kindergärten wird bemängelt, dass keinerlei Vorbereitungszeit für die Absprache und Zeitplanung in der Arbeitszeit der Erzieherinnen vorgesehen ist. Ebenso sei die Gruppengröße von 20 bis 24 Kindern pro Gruppe zu hoch, um erfolgreich mit den Kindern Schulvorbereitung einzuüben. Es
geht hier zwar lediglich um Mindestvoraussetzungen, die das Land Hessen be-
schließt, die dann aber von den Kommunen wegen deren Geldmangel nicht über-
boten würden. Die Synodalen werden gebeten, den vorformulierten Brief der Mitarbeitervertretungen der Ev. Kindertagesstätten zu unterschreiben, der dann gemeinsam an Ministerpräsident Koch in Wiesbaden versandt werden soll.

Pfr. Rolf Hocke (Waldkappel) berichtet über den Stand der Indien-Partnerschaft, die in diesem Herbst 25jähriges Jubiläum feiern könnte. Er dankt für den großen Einsatz des Kirchenkreises für diese Partnerschaft und bedauert mitteilen zu müssen, dass an ein Fest mit Delegierten aus Indien zur Zeit nicht zu denken ist. Am Pfingstsamstag kam die Nachricht, dass die dortige Kirchenkreisleitung ihres Amtes enthoben worden sei. Es besteht nach wie vor Klärungsbedarf in Indien über die erhobenen Vorwürfe.
Außerdem ist der Kirchenkreis betroffen von Ausschreitungen gegen Christen nach einem Anschlag auf einen rechtsradikalen Politiker. In 200 Dörfern des Distrikts brannten Häuser, Christen vieler Denominationen wurden angegriffen. Über die Zahl an Opfern liegen keine genauen Berichte vor.
Wer von den Synodalen eine Email-Botschaft nach Indien schicken möchte, wende sich bitte an das Pfarramt in Waldkappel zur Weiterleitung.

Einladungen an die Synodalen zur Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen werden ausgesprochen:

25 Jahre Werkstatt für junge Menschen und 30 Jahre Beratungsstelle am 19. Sept. 2008 um 13 Uhr in Eschwege in der Werkstatt, Niederhoner Straße.

Es wird gebeten, dass sich viele Kirchengemeinden am Sonntag, 9. Nov., am 70 jährigen Gedenken der "Kristallnacht" beteiligen. Ein Flyer der Volkshochschule Eschwege zu diesem Tag soll rechtzeitig vorliegen.

Tag der Offenen Tür der "Paul-Moor-Schule für Praktisch Bildbare" am 13. Sept. 2008.

Der Vorsitzende schließt die Synode mit Dank an die Disziplin der Synodalen und an die Kirchengemeinde Germerode.
Der Termin für die Frühjahrssynode ist festgelegt worden: Samstag 28. Februar 2009. Eine Gastgebergemeinde wird noch gesucht.
Ende der Sitzung 12. 45 Uhr mit anschließendem Mittagessen

Protokollanten:
Ute Andreas, Frieda
Rainer Koch, Pfr. Schwebda

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